Einführung
Diese Betrachtung möchte zeigen, dass die Komposition/Improvisation und Wiedergabe von Musik beeinflusst ist von der Technik ihrer Instrumente in ihrer jeweiligen  Zeit mit dem Ergebnis, dass die heutige Elektronik neuartige Möglichkeiten eröffnet, die es bisher nicht gab. Meine Vorgehensweise ist die eines Ingenieurs, der sich nicht anmaßt, Musik zu bewerten, sondern bestimmte Musikarten vom Gefühl her persönlich schätzt und andere ablehnt. Ich will auch nicht musikgeschichtliche Entwicklungen analysieren, sondern nur Beobachtungen anstellen, die sich an praktischen physikalisch-technischen Kriterien orientieren. In meinen Ausführungen bediene ich mich zum Teil des Internet und des online-Lexikons Wikipedia, ohne dass ich im Einzelnen die Zitate kennzeichne.

Musik dient(e) verschiedenen Zwecken:
•    als Signalweitergabe mit Trommeln und Fanfaren
•    zur kommando-artigen Verständigung z.B. zwischen den Hirten auf Weiden im Gebirge durch Jodeln
•    zur Stimmungsmache und Anfeuerung bei Militäraufmärschen mit Trommeln, Fanfaren und Blasmusik, u.a. vor einer Schlacht. Heute vor sportlichen Mannschaftswettkämpfen im Stadion.
•    zur Stimmungsmache bei Musik-Massenveranstaltungen wie Rockkonzerten, u.a. auch mit ideologischem Hintergrund der Gesänge.
•    zu kultischen Handlungen wie gesanglichen Lobpreisungen mit und ohne instrumentaler Begleitung und instrumentaler Musik im Gottesdienst in Kirchen.
•    zur Unterhaltung im kleinen familiären Bereich durch Volksmusik bis zu mächtigen Orchesterwerken in großen öffentlichen akustisch optimierten Konzertsälen.

Musik wird dargeboten von Menschen, d. h. von Einzelpersonen (Solo), von kleinen Gruppen (Duo bis Septett), kleinen (Kammer-) bis großen Orchestern (mit bis zu einigen hundert Musikern) in Anleitung durch von einem Komponisten aufgezeichnete Noten und durch einen Dirigenten, der (die) für das geordnete Zusammenspiel sorgt. Die Musik wird komponiert von einzelnen besonders begabten Menschen oder improvisiert solo oder von kleinen Gruppen.

Musik findet an verschiedenen Orten statt:
•    in der freien Natur als Ausdruck individueller Freude und innerer Stimmung durch Gesang ohne oder mit einem tragbaren Instrument.
•    im kleinen privaten Kreis als Hausmusik
•    in großen Sälen
•    in speziellen Konzertsälen mit akustisch optimierter Architektur.

Die Instrumente eines Orchesters werden je nach Art der Musik mit verschiedenen Instrumenten unterschiedlicher Klangcharaktere zusammengestellt. Wenn die helleren Töne überwiegen sollen, werden z.B. Trompeten, Violinen und Klavier dominieren. Bei Trauermusik werden Instrumente mit tieferen Tönen wie Tuba, Bassgeige und Klavier dominieren. Soll ein Instrument in dem Musikwerk dominieren, so wird ein herausragender Solist dieses Instrument spielen, wie bei einem Violin- oder Klavierkonzert.

Kurze Geschichte der Musikinstrumente
Jedes herkömmliche (mechanische) Musikinstrument besteht aus einem Hohlraum, der als  Resonanzkasten (oder Rohr) in vielfältiger Form ausgebildet ist, und einer „Anreger“-Komponente, die von einer oder beiden Händen oder dem Mund des Musikers betätigt wird. So hat die Geige den Holzkasten in seiner markanten Form und die darüber befestigten Saiten, die der Musiker streicht oder zupft. Die dadurch erzeugten Schallschwingungen übertragen sich auf den Resonanzboden des Holzkastens, um dann die Luft im und außerhalb des Holzkastens in Schwingungen zu versetzen. Die Eigenschaften der erzeugten Töne ergeben sich aus den Eigenschaften und der Qualität des vom Menschen ausgesuchten und bearbeiteten Holzes. Ein Blasinstrument wie die Flöte besteht aus einem Rohr als Resonanzkasten, an dessen oberen Ende eine Schwingfeder (ein Plättchen) im Mundstück befestigt ist, das durch Wirbel die Luft im Rohr schwingen lässt, wenn der Musiker in das Mundstück hineinbläst. Statt Holz wird als Material auch Blech (aus Messing oder Silber) verwendet, was natürlich einen anderen Herstellungsprozess bedingt. Die Blasinstrumente mit einem offenen Resonanztrichter aus Blech verbunden mit verschiedenartig geschwungenen Blechrohren zur Erzeugung von Luftschwingungen erzeugen weniger gedämpfte (blecherne) Töne.

Alle hochwertigen traditionellen Musikinstrumente werden in Handarbeit meist von erfahrenen Handwerkern hergestellt. Das bedeutet, dass jedes traditionelle Instrument durch seine Abweichungen iim Material und in der Verarbeitung einen eigenen Klangcharakter besitzt, den sein musizierender Besitzer kennt, schätzt und zur vollen Klangentfaltung bringen will.
 
In der zeitlichen Abfolge der geschichtlichen Entwicklung der Musikinstrumente werden folgende Punkte eines Instruments beachtet:
•    Bauart
•    Anlass und Ort des Einsatzes  

Die ersten Menschen verwendeten natürliche Hohlkörper wie Knochen und Hörner von Tieren und Rohre aus Pflanzen. Die ersten Musikinstrumente waren einfache Trommeln, Flöten und Pfeifen. Man vermutet, dass die Instrumente zur Signalgebung, Beschwörung und zu anderen rituellen Handlungen oder der Anlockung von Tieren bei der Jagd dienten..
Erst nach und nach entwickelten sich komplizierte Musikinstrumente und damit auch komplexere musikalische Werke heraus. Die Musikgeschichte unterteilt man in verschiedene Epochen, die sich an die Formen der bildenden Kunst und der Architektur anlehnen. Der Ursprung der Musik in der Antike wird in den verschiedenen Kulturen – von China, Indien bis nach Griechenland – von den Gottheiten hergeleitet.

In der ägyptischen Antike gab es bereits Flöten, Harfen und Trommeln, die sich dann im Nahen Osten verbreiteten. Die Leier und Harfe (von König David gespielt) war in der jüdischen Tradition verbreitet. Die gesungenen Psalmen wurden begleitet von Instrumentalmusik wie mit Zimbeln, Hörnern und Trompeten. In diesem Raum gab es erste Orchester.
(Siehe in der Bibel, Nehemia 12, 27-43  Einweihung der Stadtmauer von Jerusalem (450 v.Ch)
Bei der Einweihung der Mauer zu Jerusalem zu halten Einweihung in Freuden, mit Danken, mit Singen, mit Zimbeln, Psalter(Zither) und Harfen. Und ich bestellte zwei große Dankchöre und etliche der Priester-Kinder mit Drommeten (Trompeten) und mit den Saitenspielen Davids oben auf der Mauer. Und standen also die zwei Dankchöre am Hause Gottes. Und die Sänger sangen laut, und Jisrahja war der Vorsteher (Dirigent). (gekürzt))

Die erste Orgel wurde in Ägypten mit Wasserantrieb zur Winderzeugung gebaut. Über die Griechen gelangten sie zu den Römern, die sie für Spektakel in den Arenen einsetzten, u. a. zum Aufpeitschen des Publikums bei Gladiatorenkämpfen. Die frühen Christen lehnten die Orgel deshalb ab, während sie ab dem Mittelalter das Hauptinstrument jeder Kirche wurde.

Mit der Etablierung des Christentums als Staatsreligion im 4. Jh. und als neue Kultur des Mittelalters förderte die Kirche die Musik für den Gottesdienst und ihre Kulte. Die Zahl der Instrumente, der Gruppenmusik mit unterschiedlichen Instrumenten nimmt zu. Die meisten Instrumente werden aus Holz, tierischen Komponenten (Sehnen für Zupf- und Streichinstrumente) gefertigt und Fell für Trommeln verwendet. Aus der einstimmigen Musik entwickelt sich die mehrstimmige Musik wie Chorwerke und Orchester. Im Lauf der Jahrtausende löste sich die Musik ganz allmählich aus ihrer kultischen Funktion. Sie erhielt einen eigenen Stellenwert und begründete damit eine erste Musikkultur, aus der sog. Gebrauchskultur wurde die Kunstmusik. Entsprechend haben sich die Anforderungen an die Instrumente verändert. Einen entscheidenden Impuls in diese Richtung gab die Musik der Renaissance. Hier erscheinen neue Darbietungsformen wie die Kombination von Musik (Gesang und Orchester) und Theater in der Oper. Der Einfluss des Tanzes auf die Musik führte zur Höchstform im Ballett. Mehr und mehr wurde nun Musik speziell für Instrumental-Ensembles geschrieben. Die wichtigste Neuerung dieser Zeit war die Gruppierung von Instrumenten verschiedener Größe nach Familien, um eine einheitliche Klangfarbe zu erzielen. Mit der Orgel kamen die ersten Tasteninstrumente. Wie die Vielfalt der Instrumente zunahm, so nahm auch die Vielfalt der Musikformen zu. Die Frühform der Drehleier stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Drehleier enthält ein Rad, das mittels einer Kurbel angetrieben wird. Dieses Rad streicht die einzelnen Saiten an, über Tasten kann dann zusätzlich die Tonhöhe bestimmt werden. Im 16./17. Jh  kamen erste Musiktheorien auf. Die Tasteninstrumente wie Hammerklavier und Cembalo wurden bedeutungsvoll. Im Barock, in der Klassik und Romantik haben sich die Orchesterinstrumente entscheidend hinsichtlich ihrer Vielfalt und technischen Möglichkeiten entwickelt. Im 19. Jh wurde das Klavier zum Flügel weiterentwickelt und die Blasinstrumente erhielten Tasten. Insgesamt kann man den Einzug raffinierter Mechanik in den Instrumentenbau beobachten als Folge der industriellen Entwicklung. Am Ende des 19. Jahrhunderts sind die Instrumentenfamilien im heutigen Sinne bereits komplett. Lediglich im Bereich der Schlag- und elektronischen Instrumente sollte sich im 20. Jahrhundert noch eine weitere Entwicklung vollziehen.

Eine knappe Übersicht gibt das Lexikon Encarta über die zeitliche Entwicklung der Musikinstrumente.
Musikinstrumente werden nach Bauweise (z. B. Mechanik, Register) und Spieltechnik (Fingersatz, Bogenführung) unterschieden. Außerdem ist der praktische Einsatz des Instruments (z. B. im Orchester, Ensemble, Gamelan innerhalb der indonesischen Musik oder solistisch) und seine kulturelle Verwendung (Volksmusik, religiöse Funktion) von Bedeutung. Die ältesten Instrumente (Rasseln aus Muscheln oder Knochen) stammen aus der mittleren Steinzeit (60000-35000 v. Chr.). Die ersten Trommeln, Flöten und Rohrblattpfeifen wurden in der Jungsteinzeit (9.-3. Jahrtausend v. Chr.), Glocken, Harfen und Leiern in der Bronzezeit (3./2. Jahrtausend v. Chr.) entwickelt. Ins 2. Jahrtausend v. Chr. datieren Laute, Trompete und Doppelrohrblattpfeifen. Viele orientalische Instrumente (Orgel, Psalterium, Fidel, Laute, Schalmei und Trompete) gelangten im Mittelalter durch die Etrusker und Kelten nach Europa. Die meisten Instrumente des europäischen Orchesters wurden ab etwa 1150 n. Chr. entwickelt: Trompete, Pauke und Posaune (12.-15. Jahrhundert), Violine (15. Jahrhundert), Viola, Violoncello und Kontrabass (16. Jahrhundert), Querflöte, Oboe, Fagott, Klarinette und Waldhorn (17. Jahrhundert) sowie Tuba (19. Jahrhundert). Die elektronischen Musikinstrumente sind eine Erfindung des 20. Jahrhunderts.

Für unsere Betrachtung ist wichtig festzuhalten, dass die Entwicklung der Musikinstrumente seit Beginn der Menschheit stetig fortschritt und ihre verwendete Technik sich aus der Entwicklung der Technik der jeweiligen Zeit ergab. So ist im 20. Jahrhundert eine gegenüber der Mechanik völlig anders geartete Technologie, die Elektronik, entstanden.
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Elektronische Musik (aus Wikipedia)
Elektronische Musik bezeichnet Musik, die durch elektronische Klangerzeuger hergestellt und mit Hilfe von Lautsprechern wiedergegeben wird. In der elektronischen Musik begegnen sich zwei gegensätzliche Sphären menschlichen Schaffens: die Kunst der Musik und die Naturwissenschaft der Physik und Elektrotechnik. Die Kunst  ist insbesondere durch – teils radikale – Erweiterungen der klanglichen, harmonischen, melodischen, rhythmischen Mittel und Formen charakterisiert. Ihr ist die Suche nach neuen Klängen, neuen Formen oder nach neuartigen Verbindungen alter Stile zu eigen, was teils durch Fortführung bestehender Traditionen, teils durch bewussten Traditionsbruch geschieht und entweder als Fortschritt oder als Erneuerung (Neo- oder Post-Stile) erscheint. Diese Kunstmusik, die sich ab 1910 bis 1940 unabhängig von den technischen Instrumenten und Einrichtungen etablierte, wird als Moderne bezeichnet, die danach als  Postmoderne. Für beide Bereiche hat sich der Begriff Neue Musik eingebürgert. Wir wollen uns hier nicht mit den neuen Musikarten und – Stilen beschäftigen sondern mit den Fähigkeiten der elektrischen und elektronischen Instrumente und Software-Werkzeuge zur Erzeugung und Wiedergabe von Musik. Die neue Technik der Fotografie und des Films erweiterte das Spektrum der Kunstmusik führte zu einem neuen eigenständigen Musiktypus, die Filmmusik.

Der herausragende deutsche Komponist der Neuen Musik Karlheinz Stockhausen, arbeitete ab 1953 vor allem an der konsequenten Durchführung serieller Kompositionsmethoden mit elektronischen Mitteln. Signifikant für diese frühe musikalische Konzeption des Kölner Studios ist die ausschließliche Verwendung „synthetisch“ hergestellter Klänge sowie deren direkte Verarbeitung und Speicherung auf Magnettonband und schließlich die Wiedergabe über Lautsprecher. Dadurch wurden (zumindest theoretisch) zwei musikhistorisch revolutionäre Dinge erreicht: zunächst die vollständige Kontrolle über den Parameter Klangfarbe, der bisher für die Komponisten immer unwägbar geblieben war und nun ebenfalls der seriellen Organisationsmethode unterworfen werden konnte. Zweitens wurde der Interpret als vermittelnde – und damit die kompositorische Absicht potentiell verfälschende – Instanz ausgeschaltet. Zum ersten Mal in der Geschichte der abendländischen Musik schien es den Komponisten mit Werken wie Stockhausens Studie II möglich, ihre Ideen „unvermittelt“ an den Hörer weiterzugeben. Die jahrhundertealten Versuche, die musikalische Absicht immer präziser durch Notenschrift zu fixieren, waren damit überholt


Die Geschichte der elektronischen Musik ist eng an die Geschichte der elektronischen Klangerzeugung (Instrumente, Apparate) gekoppelt. Im Allgemeinen spricht man bis ca. 1940 von der elektrischen Musik und von elektrischen Musikinstrumenten. Hier gibt es ab Ende des 19. Jh eine Vielfalt von elektrischen Instrumenten verschiedenartiger Bauweise, auch skurriler Art, von einzelnen  Erfindern. Durch die ersten mechanischen Musikautomaten beeinflusst kamen zuerst die elektromechanischen Instrumente wie das elektrische Klavier mit der Möglichkeit, eine auf gestanztem Papier gespeicherte Melodie automatisch abzuspielen.  Auch umgekehrt konnte man auf elektromechanischen Geräten gespielte Musik zuerst auf Papier stanzen, später auf Band magnetisch speichern zur Speicherung der Musik. Mit dem Einsatz von elektronischen Röhren (Braun’sche Röhren) in Radioempfängern wurden die ersten elektronischen Musikanlagen zur Erzeugung von akustischen Tönen entwickelt. Ab Anfang der 1950er Jahre gab es bereits so viele Anlagen, dass sich dadurch eine bestimmte, mit elektronischen Geräten realisierte Kompositionstechnik, die elektronische Musik, bildete. Diese Anlagen waren groß, schwer und teuer; sie waren handwerkliche Einzelanfertigungen vielfältiger Konstruktion mit vielen fehleranfälligen Verdrahtungen.

Elektronische Musikinstrumente (aus Wikipedia)
Ein elektronisches Musikinstrument erzeugt mit einem oder mehreren Frequenzgeneratoren kontrollierbar definierte niederfrequente Wechselströme, die  verstärkt über Lautsprecher hörbar gemacht werden können. Im Unterschied zu elektromechanischen Musikinstrumenten mit Tonabnehmern (z. B. E-Gitarre) gibt es keine mechanisch beweglichen bzw. schwingenden Elemente zur Tonerzeugung. Mit der Erfindung des Transistors (heute Halbleiter genannt) Anfang der 1950er Jahre bahnte sich eine Revolution der Elektronik zur Mikroelektronik hin an. Die Bauelemente wurden immer kleiner, leichter und stromsparender; durch die fortschreitende automatisierte Fertigungstechnik wurden die Kosten und Preise dramatisch reduziert. Ab Mitte der 1950-er Jahre begann die Digitaltechnik sich durchzusetzen, die eine weitere Rationalisierung der Fertigung und damit weitere Miniaturisierung der Baugröße, die ständige Erhöhung der Geschwindigkeit der Verarbeitungsprozessoren und Datenübertragung, der elektronischen  Speicherkapazität. Damit stieg auch die Qualität und Zuverlässigkeit der Komponenten. So kann jede digitale Signalverarbeitung exakt gleich sein, was in der früheren Analogtechnik nicht möglich war. Diese gesamte rasante Entwicklung der Mikroelektronik ist noch nicht am Ende; außerdem steht die noch schnellere optische Signaltechnik (Optronik) bereits vor der Tür.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden die Personal Computer (PC) immer leistungsfähiger und zunehmend wird zur Klangverarbeitung und -synthese passende Software eingesetzt. Im Rechner lassen sich komplette Studios in Software abbilden und ermöglichen es somit auch Musikern mit kleinerem Budget, unter Zuhilfenahme von Soundkarten hochqualitative Klänge einfach am heimischen Rechner zu erstellen.

Notebooks erlauben erstmals mobile interaktive Musikerzeugung solo oder als Kammerorchester. Bisher gibt es nur wenige Beispiele solcher Notebook-Orchester.
Die 2009 gegründete und in der Szene bekannte Band Benoit and the Mandelbrots der HfM Karlsruhe verwendet für ihre Improvisationen die interaktive dynamische Programmiersprache SuperCollider, die ursprünglich 1996 von James McCartney für Echtzeit- Audiosynthese und Algorithmische Komposition herauskam. Seitdem hat sie sich durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Künstlern zu einem Software-System als Rahmen für Akustikforschung und algorithmische Musik weiterentwickelt. Diese Band tritt nur in Improvisierungs-Konzerten und in Aufführungen gleichgesinnter Künstler auf; sie wird u. a. von der Sparda Bank gefördert.  Auf der website www.youtube.com/watch kann man sehen, wie die interaktive Programmierung für die Musikimprovisation aussieht. Hier werden Computer spontan wie mathematische Formeln programmiert, ohne dass klare Beziehungen und Emotionen zur zu erzeugenden Musik erkennbar sind.

IMWI – HfM Karlsruhe, DE live.code.festival 19–21 April 2013 Notebook-

Diese Notebook-Band trat auch auf der Veranstaltung FRÄNKYART 2012 der Stiftung Kunst und Technik im Fränkischen Hof, Weingarten/Baden unter der Leitung des früheren ZKM-Mitarbeiters und Medienkünstlers Jens Barth auf. Zu dieser Zeit begannen erste öffentliche Auftritte von Musikern mit iPads/iPhones in Berlin. Bei FRÄNKYART 2012 konnte man auch akustische Experimente mit einer individuell konstruierten elektronischen Synthesizer-Anlage des Künstlers Nicolaus Heyduck, Darmstadt zusammen mit dem Cellisten Vitold Rek erleben. Diese elektronische Anlage erzeugte durch hektisches Drehen mehrerer Knöpfe und Betätigen von Schiebern und Schaltern in Seh-und Hörkontakt mit dem Cellisten ungewohnte Tonsequenzen.

Die elektronische Musiktechnik hat eine Vielzahl neuartiger Komponenten und die Standardisierung der Schnittstellen zwischen den Komponenten zur Vernetzung hervorgebracht wie die folgende Liste zeigt, die nicht näher erläutert wird, weil sie nicht relevant ist für unser Thema.
Instrumententypen
Elektronische Orgeln
Elektronisches Pianos/Stagepianos
Elektrophon
Fairlight CMI
Keyboard
Groovebox
Sampler (Klangerzeuger)
Sampleplayer
Soundmodule
Synthesizer
Modularer Synthesizer
Drumcomputer
Ondes Martenot
Trautonium
Theremin
Basspedal
Es soll hier nur gezeigt werden, dass die bisher großen, schweren und teuren Synthesizer als Klangerzeuger heute bereits in Smartphones als Software (Apps) eingebaut werden, wie bei Apples iPads/iPhone und Windows Phone Synthesizer  (http://de.wikipedia.org/wiki/Synthesizer).
Fortgeschrittene Mobiltelefone besitzen seit etwa 2000 eine so hohe Rechenleistung, dass sie als Anwendungsprogramme (Apps) Synthesizer spielen können, die in ihren Klanggestaltungsmöglichkeiten den klassischen analogen und auch vielen digitalen Synthesizern um nichts mehr nachstehen. Sie verfügen über mehrere Oszillatoren mit zahlreichen pulsweiten-modulierbaren Wellenformen, Frequenz- und Amplituden-Modulation, Detuning, Hüllkurvengeneratoren, Delay-, Exciter-, Chor- und Hall-Effekten sowie über dynamische Filter. Gespielt werden sie bevorzugt über MIDI-Files, da das Spielen auf einer kleinen Handytastatur etwas mühsam ist. (Wikipedia)

Besondere Bedeutung der mobilen Tablet PCs und Smartphones

Durch die rasante Entwicklung der Mikroelektronik, der Funktechnik und der Fertigungstechnik sind erst seit ca. drei Jahren hoch-leistungsfähige mobile Tablet PCs und Smartphones für den normalen Bürger preiswert verfügbar. Diese Massenprodukte von Hardware und Software haben einheitliche Funktionen, Datenformate, Schnittstellen und Literatur, so dass ein weltweites Zusammenspiel offline und online über Internet erst jetzt möglich ist!

Improvisieren und Komponieren von Musik mit dem iPad/iPhone  
Das App-Werkzeug GarageBand  (im AppStore für wenige EUROS erhältlich) bildet mehrere Musikinstrumente nach, die ähnlich bedient werden können wie echte Instrumente und den gleichen Klang erzeugen können. SoundPrism erlaubt eine mehr intuitive Bedienung über eine Tastenmatrix. Diese App kann u. a. GarageBand , Synthesizer einbinden. Angeschlossene größere Stereo-Lautsprecher können einen volleren Klang erzeugen. Eine Zusammenfassung der besonderen Eigenschaften und Funktionen sind im Folgenden aufgeführt:

Abstrakte Filmsequenzen zu Klängen, Geräuschen und Naturtönen
 

Durch die Mobilität der Geräte können diese u. a. bei der Wanderung durch die Natur, bei einer Bahnfahrt oder beim Aufenthalt im Wartesaal zur Skizzierung von farblichen Stimmungen und Eindrücken zusammen mit Fotos eingesetzt werden. Mehrere sequentielle gemalte Bilder können dann zu einer Diashow mit musikalischer Untermalung zusammengestellt und präsentiert werden. Mit dem kleinen iPhone produzierte Bilder können leicht auf ein iPad, PC oder Beamer zuhause übertragen und dort verfeinert werden. Da die Bilder im eigenen Gerät oder im Internet-Rechenzentrum (z. B. über iCloud) dauerhaft gespeichert werden können, stehen sie zu späterer weiterer Bearbeitung oder Präsentation jederzeit zur Verfügung. Auch Ausschnitte eines gemalten Bildes können wie Fotos herausgelöst und separat behandelt werden. Da alle Daten digital vorliegen, können diese mannigfaltig bearbeitet werden. Das Gleiche gilt für Klänge wie für Bilder.

Warum Auswahl von SoundPrism für iPad/iPhone-Musik?
Mehrere Saoftware-Werkzeuge (Apps) für iPad/iPhone-Musik sind verfügbar wie Garageband   www.m4gic.net/2011/05/apple-garageband-komposition-beweist-mit-dem-ipad-kann-man-musik-machen/   
Thumbjam (http://www.youtube.com/watch?v=e92fWDXihqs)  und mehr, die alle herkömmliche Musikinstrumente nachbilden.
Das Orchester DigiEnsemble von Musikern und Musikstudenten in Berlin zeigt eindrucksvoll, wie man mit solchen Apps herkömmliche Musik vielfältiger Art professionell vorführen kann (http://www.youtube.com/digiensemble?gl=DE&hl=de). Diese Vorführungen zeigen die Mächtigkeit der heutigen Mikroelektronik, die inzwischen in der Lage ist, jede Klangart von verschiedenartigen Instrumenten nachzubilden. Über Google können Sie noch mehr eindrucksvolle Videos finden und erleben.

Die App SoundPrism sprach mich, der ich kein Instrument spielen und keine Noten lesen kann, persönlich sofort an. Es bietet einen intuitiven Zugang durch seine musiktheoretische Grundlage der Harmonielehre, wobei auch hier andere Werkzeuge wie Synthesizer angeschlossen werden können, um das Repertoire an musikalischen Möglichkeiten zu erweitern. Die Entwicklung von SoundPrism stammt aus dem international angesehenen Fraunhofer Institut IDMT in Ilmenau unter Prof. Dr. Brandenburg, der u.a. den weltweiten Musikcode MP3 maßgeblich entwickelte und bedeutsame Akustik-Forschung betreibt. Die Gebrüder Gatzsche sind die künstlerischen und technischen Köpfe der ausgegründeten Firma AUDANIKA, die SoundPrism entwickelt und vertreibt. Dr. Gabriel Gatzsche, der mit  SoundPrism an der Uni Ilmenau promoviert hat, ist als Informatiker für die technische Weiterentwicklung in Verbindung mit dem IDMT verantwortlich, während sein Bruder David als Musiklehrer durch  Schulung den Einsatz von SoundPrism voranbringt. Diese Kombination halte ich für sehr produktiv und für das Anliegen der Stiftung Kunst und Technik langfristig sehr förderlich. Die Vorführung von SoundPrism im Fränkischen Hof am 20.-21.7.2013 durch David Gatzsche zusammen mit seinem Schüler Robert fand bei den Besuchern großen Anklang. Die Erfahrungen bei uns können direkt in die Entwicklung von Hardware und Software bei
AUDANIKA einfließen und genutzt werden.

Werden iPad/iPhone die herkömmlichen Instrumente verdrängen?
Nein, wie die digitale Fotografie die traditionelle Malerei nicht verdrängt hat, so wird die Musik mit iPads/iPhones nicht die Musik mit traditionellen Instrumenten verdrängen. Der Künstler, der die Musik traditionell darbietet, hat ein inniges Verhältnis zu seinem Instrument, dessen akustische Feinheiten er genau kennt. Dadurch wird er in die Musik, deren Töne er unmittelbar wiedergibt, seine Emotionen innerlich sehr bewegt hineinlegen. Bei allen herkömmlichen Instrumenten sind große Fingerfertigkeit und haptisches Gefühl gefordert, die direkt am eigenen Körper die Töne erzeugen. Daher werden die Emotionen des Musikers direkt in die erzeugte Musik hineingelegt. Diese direkte Übertragung der körperlichen Fertigkeit in den Ausdruck der Musik fehlt bei der Bedienung des iPads/iPhones, das nur über das Auge die Musik steuert. Aber schauen Sie mal die emotional geführte Bedienung des iPads/iPhones bei Thumbjam an  (http://www.youtube.com/watch?v=e92fWDXihqs ).  Die herkömmlichen Instrumente, meistens aus Holz, sind temperatur- und feuchtigkeitsempfindlich, die Instrumente aus Blech sind nur temperaturempfindlich. Der Musiker muss nun genau wissen, wie er diese Abweichungen ausgleicht. Jedes hochwertige Instrument ist in der Regel handwerklich gefertigt und hat dadurch leicht unterschiedliche Feinheiten in der Klangfarbe, die der Musiker ausspielen wird je nach Art des Musikstücks und Wunsch des Dirigenten. Die iPads/iPods und angeschlossenen Lautsprecher geben exakt den gleichen Klang wieder. Ihre Bedienung ist nüchtern und die Wirkung über ferne Lautsprecher bedingen ein distanziertes wenig emotionales Verhältnis zwischen Mensch und Tongeber. Daher werden wohl hochwertige Musikwerke besser mit traditionellen Instrumenten wiedergegeben werden. Die Stärke der „kalten“ iPads/iPhones liegt in anderen Bereichen, wie ich mehrfach hier dargelegt habe.