Wasser

In vielen Kulturen der Erde nahm Wasser als symbolischer Urbeginn der Welt eine zentrale Rolle in den jeweiligen Schöpfungsmythen ein. In der Genesis der jüdisch-christlichen Bibel erschafft Gott als Erstes Wasser, dem weiteres Leben entspringt. Im Judentum und im Christentum dient Wasser zur Reinigung des Körpers und symbolisch der Reinigung der Seele. In der Taufe als heilige Handlung wird Wasser dreimal über das Haupt des Täuflings geschüttet oder der gesamte Körper untergetaucht und damit der Bund des Menschen mit Gott ausgedrückt. Daher steht in jeder Kirche und in jedem Kloster ein Taufbecken und Brunnen. Der Lauf des Wassers ist auch ein Metapher für den Lauf des Lebens eines Menschen (Lebenslauf).

In einer wissenschaftlichen Abhandlung wies im Jahr 1804 Joseph Louis Gay-Lussac zusammen mit seinem Freund Alexander von Humboldt nach, dass Wasser in seiner chemischen Zusammensetzung aus zwei Teilen Wasserstoff und einem Teil Sauerstoff besteht, was in der bis heute gültigen Formel H2O ausgedrückt wird.
Unter Druck kann Wasser zu einem Gel werden und eine höhere Viskosität als im herkömmlichen Zustand aufweisen. Bei Normaldruck liegt der Gefrierpunkt des Wassers bei 0 ºC und wird zu Eis; der Siedepunkt liegt bei 100 ºC und Wasser wird dabei zu Dampf. Wasser erreicht seine größte Dichte bei einer Temperatur von 4 ºC; beim Gefrieren zu Eis dehnt es sich aus, was einzigartig ist. Dadurch schwimmt Eis bei stehenden Gewässern an der Oberfläche und so können Lebewesen wie Fische sich auch im Winter unter dem Eis aufhalten und überleben. Wie die meisten Flüssigkeiten kann Wasser auch in einem unterkühlten Zustand existieren. In diesem Zustand bleibt es auch dann flüssig, wenn seine Temperatur unter dem Gefrierpunkt liegt.  Unterkühltes Wasser gefriert bei Erschütterung, bei weiterer Temperaturabnahme oder wenn man einen Eiskristall hinzufügt. Die physikalischen Eigenschaften des Wassers dienten als Standards, um Temperaturskalen festzulegen und um im metrischen System die Einheit der Masse (das Gramm) ursprünglich zu definieren.

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Wasser ist der Lebenssaft für fast alle Lebewesen und Planzen; ohne Wasser stirbt das Leben. Der Mensch kann auch nur durch ständige Einnahme von Wasser überleben und nur mit sauberem Trinkwasser gesund leben. Er selbst besteht zum größten Teil aus Wasser. In vielen Gebieten der Erde wurde das Wasser zur Rarität, ein Problem, das zu Kriegen führen kann. Auch viele Maschinen, die gewollt oder ungewollt (Abwärme) große Hitze erzeugen, werden meistens mit Wasser gekühlt und es verhindert dadurch das "Sterben" der Maschine. Wasser dient hier als leicht verfügbares Kühlmittel. Wasser als Lösungsmittel hat viele Anwendungen in der Chemie, Technik, Medizin und Ernährung. Das Wasser kann auch zur Energieerzeugung in fließenden Gewässern eingesetzt werden wie in mittelalterlichen Mühlen, zur Stromerzeugung in Flußkraftwerken, Gezeitenkraftwerken, Schöpfwerken (zur Bewässerung in der Landwirtschaft) und durch Dampf zum Antrieb von Maschinen. Wasser in gefrorener Form kann der Kühlung und Konservierung von Lebensmitteln dienen.

Flüsse, Seen und Meer dienen seit Menschengedenken als wichtige Transportwege für Menschen und Güter im Handel und Kulturaustausch; sie sind Lebensadern für menschliche Gesellschaften. So bildeten sich die ersten Siedlungen und später Städte häufig an Wasserläufen. Städte am Meer und an großen Seen bildeten mit ihren Häfen Umschlagorte für blühenden Handel; sie waren auch Ausgangspunkte für große Entdeckungsreisen neuer Gebiete auf der Erde. Wasser wird auch zum Transport von Abfällen und Fäkalien verwendet, was ohne Filterung und Aufbereitung zu Umweltschäden führen kann.

Das Wasser hat auch eine ästhetische Dimension, wenn es in der Natur, in Parks, Gärten, Brunnen und künstlichen Wasserläufen fließt. Im Winter kristallisiert das Wasser aus und bildet herrliche verschiedenartige geometrische Figuren in der Schneeflocke, im Reif und in Seen. Der Förderung der Kunst des Wassers hat sich die Europäische Brunnengesellschaft e.V., c/o Stadtwerke Karlsruhe, 76185 Karlsruhe verschrieben.

Den Wasserfluß kann man verschiedentlich in einem Kunst-/ Spielobjekt nutzen, z.B.